Lastenheft für ein Learning Management System (LMS)

Wie erstelle ich ein LMS Lastenheft: Die Bedeutung der Anforderungsanalyse

Die Auswahl und Implementierung eines Learning Management Systems (LMS) ist ein bedeutender Schritt für Bildungseinrichtungen und Unternehmen, die digitale Bildungsinhalte bereitstellen möchten. Damit ein LMS den individuellen Bedürfnissen und Zielen gerecht wird, ist es entscheidend, ein umfassendes Lastenheft zu erstellen. In diesem Artikel werden wir erläutern, warum die Auseinandersetzung mit den eigenen Anforderungen so wichtig ist und wie man funktionale und nicht-funktionale Anforderungen identifiziert. Außerdem werden wir Beispiele für diese Anforderungen in den LMS-Aspekten Lernplattform, Seminarverwaltung und Lernportale präsentieren.

Die Bedeutung des LMS-Lastenhefts

Ein LMS-Lastenheft ist ein Dokument, das die Anforderungen und Erwartungen an ein Lernmanagementsystem festlegt. Es dient als Richtschnur für die Auswahl des richtigen LMS-Anbieters und gewährleistet, dass die Implementierung reibungslos verläuft. Hier sind einige Gründe, warum die Erstellung eines LMS-Lastenhefts von entscheidender Bedeutung ist:

Defining LMS Requirments

1. Anpassung an individuelle Bedürfnisse

Jede Organisation hat einzigartige Anforderungen an ein LMS. Ein Lastenheft ermöglicht es, diese Anforderungen klar zu definieren und sicherzustellen, dass das ausgewählte LMS diese erfüllt.

2. Zukünftige Anforderungen berücksichtigen

Die Bildungslandschaft und die Anforderungen an Lernsysteme ändern sich ständig. Ein Lastenheft kann auch zukünftige Entwicklungen und Anforderungen berücksichtigen, um sicherzustellen, dass das LMS langfristig relevant bleibt.

3. Kosteneffizienz

Ein Lastenheft verhindert unnötige Ausgaben, da es die Auswahl eines LMS verfeinert und das Risiko von Fehlinvestitionen minimiert.

Zwischen Detaillierungsgrad und Flexibilität

Die Auswahl eines Learning Management Systems (LMS) ist eine komplexe Aufgabe, die sorgfältige Planung und eine klare Vision erfordert. Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Umsetzung eines LMS-Projekts ist die Erstellung eines Lastenhefts. Dieses Dokument legt die Anforderungen und Ziele des Projekts fest und bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit mit potenziellen Anbietern. Bei der Erstellung eines Lastenhefts für ein LMS stehen wir vor einer wichtigen Entscheidung: den richtigen Grad an Detaillierung und Flexibilität zu finden.

High Level of Detail

A comprehensive level of detail in a requirements specification offers many advantages. It allows you to specify the requirements and expectations for the LMS down to the smallest detail. This can help avoid misunderstandings and ensure that developers have a precise understanding of your needs. A detailed requirements specification can also serve as an evaluation criterion for potential vendors. It enables you to better compare vendor proposals and ensure that they meet your specific requirements.

 

Notwendige Flexibilität

Obwohl ein hoher Detaillierungsgrad wichtig ist, ist es ebenso entscheidend, ausreichend Flexibilität in das Lastenheft zu integrieren. Warum? Weil LMS-Technologien und -Methoden ständig weiterentwickelt werden. Was heute als beste Praxis gilt, kann morgen veraltet sein. Daher sollten Sie den Anbietern Raum lassen, um innovative Lösungen vorzuschlagen. Dies erfordert eine gewisse Offenheit für neue Ideen und einen Prozess, um diese Vorschläge zu bewerten.

Der goldene Mittelweg

Um den richtigen Balanceakt zwischen Detaillierung und Flexibilität zu erreichen, sollten Sie sich auf einige bewährte Praktiken konzentrieren:

  1. Klare Kernanforderungen definieren: Legen Sie die Kernanforderungen und Hauptziele Ihres LMS genau fest. Dies bildet die Grundlage für das Projekt und sollte so detailliert wie möglich sein.

  2. Spielraum für Innovation einplanen: Ermutigen Sie Anbieter dazu, Vorschläge für innovative Lösungen zu machen. Geben Sie ihnen die Möglichkeit, die Technologien und Methoden vorzuschlagen, die am besten zu Ihren Zielen passen könnten.

  3. Bewertungskriterien festlegen: Legen Sie klare Kriterien fest, nach denen Sie die Angebote der Anbieter bewerten werden. Dies kann sowohl technische als auch finanzielle Kriterien umfassen.

  4. Regelmäßige Kommunikation: Halten Sie den Kommunikationskanal zu den Anbietern offen. Diskutieren Sie Fragen und Ideen regelmäßig, um sicherzustellen, dass Sie auf dem gleichen Informationsstand sind.

 

Funktionale vs. nicht-funktionale Anforderungen

Bei der Erstellung eines LMS-Lastenhefts ist es wichtig, zwischen funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen zu unterscheiden.

Funktionale Anforderungen

Funktionale Anforderungen beschreiben die spezifischen Funktionen und Features, die das Learning Management System bieten muss. Sie sind in der Regel messbar und technisch umsetzbar.

Nicht-funktionale Anforderungen

Nicht-funktionale Anforderungen hingegen beziehen sich auf Qualitätsmerkmale des Systems und seine Leistungsfähigkeit. Diese Anforderungen sind oft schwerer zu quantifizieren und können subjektiver Natur sein.

Anforderungen LMS-Komponenten

Beispiele für LMS Anforderungen

Ein Learning Management System setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen.

Es empfiehlt sich für jedes Teilsystem einen eigenen Anforderungskatalog zu erstellen. So ist es in der Regel nicht notwendig, dass die zentrale LMS-Administration zur Planung komplexer Trainingsprogramme auf einem Mobilgerät abgebildet wird. Im Falle einer Lernplattform kann die Mobilfähigkeit durchaus eine relevante Rolle spielen.

Wir haben Beispiele für Sie zusammengestellt, um funktionale und nicht-funktionale Anforderungen für LMS-Aspekte wie Lernplattform, Seminarverwaltung und Lernportale zu illustrieren.

Beispiel Lernplattform

Funktionale Anfoderungen

  • Benutzerregistrierung
  • Kursverwaltung
  • Bewertungs- und Prüfungsfunktionen
  • Integration von Multimedia-Inhalten
  • Kommunikationstools
  • Fortschrittsverfolgung
  • Reporting und Analysen

Nicht-funktionale Anforderungen

  • Benutzerfreundliche Benutzeroberfläche
  • Hohe Skalierbarkeit
  • Gute Performance unter Last
  • Datenschutz und Sicherheit
  • Mehrsprachigkeit unterstützt
  • Barrierefreiheit
  • Hohe Verfügbarkeit
  • Systemwartung und Support

Beispiel Seminarverwaltung

Funktionale Anfoderungen

  • Terminplanung und Raumreservierung
  • Anwesenheitskontrolle und Teilnehmerverwaltung
  • Online- und Präsenzseminare
  • Teilnehmerbewertung
  • Ressourcenmanagement
  • Automatische Benachrichtigungen
  • Budgetverwaltung
  • Integration von Videokonferenztools

Nicht-funktionale Anforderungen

  • Schnelle Antwortzeiten
  • Zuverlässige Datensicherung
  • Skalierbarkeit bei steigenden Nutzerzahlen
  • Benutzerfreundliche Oberfläche
  • Datensicherheit und -integrität
  • Schnelle Reaktionszeiten bei Fehlern
  • Unterstützung verschiedener Browser
  • Compliance mit Datenschutzvorschriften

Beispiel Lernportale

Funktionale Anfoderungen

  • Personalisierte Lerninhalte
  • Qualifikations-Überblick
  • Genehmigungsroutinen
  • Mobile App-Unterstützung
  • Integration von externen Ressourcen
  • Reporting
  • Content-Bibliothek / externe Repositories

Nicht-funktionale Anforderungen

  • Hohe Verfügbarkeit
  • Schnelle Ladezeiten
  • Skalierbarkeit bei Nutzerwachstum
  • Sicherheit und Datenschutz
  • Benutzerfreundliche Navigation
  • Datensicherheit und -integrität

Anforderungen formulieren

Die korrekte Formulierung von Anforderungen ist entscheidend, um sicherzustellen, dass sie verständlich, eindeutig und umsetzbar sind. Hier sind einige bewährte Praktiken, wie Anforderungen präzise formuliert werden können:

 

 

 

checklist

1. Verwenden Sie klare und präzise Sprache

Anforderungen sollten in einer klaren und präzisen Sprache verfasst sein, um Missverständnisse zu vermeiden. Vermeiden Sie vage Begriffe wie "schnell" oder "benutzerfreundlich". Stattdessen sollten Sie spezifische Kriterien angeben, z. B. "Seiten sollten in weniger als 2 Sekunden geladen werden" oder "Die Benutzeroberfläche muss intuitiv und einfach zu navigieren sein."

2. Verwenden Sie messbare Kriterien

Anforderungen sollten messbare Kriterien enthalten, anhand derer ihre Erfüllung überprüft werden kann. Dies könnte beinhalten, dass Sie Zeitrahmen, Mengen, Qualitätsniveaus oder andere quantifizierbare Metriken angeben. Zum Beispiel: "Das System muss gleichzeitig 1000 Benutzer unterstützen" oder "Die Fehlerquote darf 1% nicht überschreiten."

3. Seien Sie spezifisch und detailliert

Je detaillierter und spezifischer die Anforderungen sind, desto einfacher ist es für die Entwickler, sie umzusetzen. Vermeiden Sie allgemeine Aussagen und sorgen Sie dafür, dass jede Anforderung eindeutig beschrieben wird. Beispielsweise: "Die Benutzeroberfläche muss eine Suchfunktion mit automatischer Vervollständigung und Filteroptionen nach Kategorie und Datum haben."

4. Vermeiden Sie Annahmen

Es ist wichtig, Annahmen in den Anforderungen zu vermeiden. Stellen Sie sicher, dass jede Anforderung eigenständig und ohne Vorannahmen verstanden werden kann. Wenn Sie bestimmte Bedingungen oder Voraussetzungen haben, sollten diese explizit in den Anforderungen festgelegt werden.

5. Nutzen Sie eine einheitliche Struktur

Um die Lesbarkeit und Nachverfolgbarkeit zu verbessern, ist es hilfreich, eine einheitliche Struktur für die Anforderungen zu verwenden. Dies könnte eine Nummerierung oder ein Labeling-System sein, das es ermöglicht, Anforderungen eindeutig zu identifizieren.

6. Berücksichtigen Sie Randbedingungen

Neben den Hauptanforderungen sollten auch Randbedingungen berücksichtigt werden. Diese können Einschränkungen, Einschränkungen oder besondere Bedingungen sein, unter denen die Anforderungen gelten. Zum Beispiel: "Das System muss in den gängigsten Webbrowsern (Chrome, Firefox, Safari, Edge) funktionieren."

7. Verifizierung und Validierung einbeziehen

Denken Sie daran, dass jede Anforderung verifiziert und validiert werden muss, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß erfüllt ist. Legen Sie fest, wie die Überprüfung erfolgen soll, ob durch Tests, Inspektionen oder andere Mittel.

Durch die Einhaltung dieser bewährten Praktiken bei der Formulierung von Anforderungen können Missverständnisse vermieden, die Entwicklungszeit verkürzt und die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass das LMS den Erwartungen entspricht.

Eine klare und präzise Formulierung der Anforderungen ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Implementierung eines Learning Management Systems.

 

Schritt-für-Schritt: Anforderungen analysieren

Die Anforderungsanalyse für Ihr zukünftiges LMS lässt sich in mehrere Schritte gliedern:

  1. Identifikation der Stakeholder: Identifizieren Sie alle beteiligten Parteien, die Anforderungen an das LMS haben könnten, einschließlich Lernenden, Lehrenden, Administratoren und IT-Teams.

  2. Anforderungssammlung: Sprechen Sie mit den Stakeholdern und sammeln Sie deren Anforderungen in Bezug auf Funktionen, Leistung, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit.

  3. Priorisierung: Ordnen Sie den Anforderungen Prioritäten zu, um festzulegen, welche unverzichtbar sind und welche weniger wichtig sind.

  4. Dokumentation: Erstellen Sie ein strukturiertes Dokument, das alle identifizierten Anforderungen enthält, und unterteilen Sie sie in funktionale und nicht-funktionale Anforderungen.

  5. Validierung: Stellen Sie sicher, dass die gesammelten Anforderungen realistisch und erreichbar sind, und überprüfen Sie sie erneut mit den Stakeholdern.

  6. Aktualisierung: Berücksichtigen Sie Änderungen in den Anforderungen im Laufe der Zeit und halten Sie Ihr Lastenheft auf dem neuesten Stand.

 

Zusammenfassung

Die Erstellung eines LMS-Lastenhefts ist ein kritischer Schritt bei der Auswahl und Implementierung eines Learning Management Systems. Es stellt sicher, dass das gewählte LMS die spezifischen Anforderungen der Organisation erfüllt und auch zukünftigen Entwicklungen gerecht wird. Die Unterscheidung zwischen funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen ermöglicht eine präzise Definition der Systemanforderungen. Eine sorgfältige Anforderungsanalyse, die die Schritte der Identifikation, Sammlung, Priorisierung, Dokumentation, Validierung und Aktualisierung umfasst, bildet die Grundlage für den Erfolg bei der Auswahl und Implementierung eines LMS.

Seien Sie im Auswahlprozess offen für Vorschläge und Erfahrungen von LMS-Anbietern. Mit neuen Informationen können Sie Ihre Anforderungen an die neuen Erkenntnisse anpassen.

 

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Der erste Schritt bei der Auswahl eines LMS besteht darin, eine umfassende Liste Ihrer Anforderungen zu erstellen. Es ist die Grundlage für Ihr Lastenheft (RFI), welches den Rahmen für Ihre Recherche ist.

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