LMS, eine semantische Analyse

Annette Bouzo (CELM)

Ein kurzer Exkurs zur Bedeutung

Der Exkurs in die Semantik soll die Bedeutung des Wortkonstruktes LEARNING MANAGEMENT SYSTEM klären. Dazu sollen die einzelnen Wortteile untersucht und danach zueinander in Kontext gesetzt werden.

Learning

Die Bedeutung des Wortes Learning (Lernen) ist dabei nicht besonders zwiespältig. Merriam Webster (Webster, 2017) bezieht sich auf den Akt oder die Lernerfahrung einer Person, den zielgerichteten Zuwachs an Wissen oder Kenntnissen durch Unterweisung oder Studium und eine Verhaltensänderung durch Erfahrung.

  • the act or experience of one that learns
  • knowledge or skill acquired by instruction or study
  • modification of a behavioral tendency by experience (such as exposure to conditioning)  

Merriam Webster differenziert zwischen dem Wissen einerseits und Lernen andererseits, welches explizit durch formale Gegebenheiten gekennzeichnet ist.  

“knowledge applies to facts or ideas acquired by study, investigation, observation, or experience […] learning applies to knowledge acquired especially through formal, often advanced, schooling.”

Management

Allgegenwärtig findet der Begriff Management Verwendung. Aus dem angloamerikanischen abgeleitet, steht er ja nach Kontext mal für verwalten, organisieren, leiten oder auch ‚etwas zustande bringen‘. Doch steht der Begriff nicht nur für einen Prozess, sondern wird auch unter der Funktionsperspektive mit Führung gleichgesetzt. Dies impliziert typischerweise eine gewisse Autorität und Entscheidungsgewalt.

In englischsprachiger Literatur wird dafür gerne auch das Wort ‚Leadership‘ verwendet. Funktionale Führung umfasst Aufgaben und Handlungen zur zielorientierten Gestaltung, Lenkung und Entwicklung eines Systems, während das institutionale Führungsverständnis die richtungsgebende Instanz einer hierarchischen Organisation (und damit eines Systems) meint (Vgl. Hummel/Zander, 2008, S.1; Stähle, 199, S. 65 und Steinmann/Schreyögg, 205, S.6). Auch die letztere Interpretation impliziert eine Entscheidungsgewalt über zielgerichtete Maßnahmen und Handlungen.

Management meint also die Organisation, Verwaltung von einzelnen Teilen, auch die Zuordnung von Teilen zueinander oder die zielgerichtete Definition von Prozessen, deren Abstimmung aufeinander und deren Unterstützung. Wörter, die im Bezug auf LMS auf die Erstellung oder Generierung von Inhalten, Medienformate oder Kollaboration hindeuten, kommen dagegen nicht in einschlägigen Definitionen vor.

System

Ein System ist eine geordnete Gesamtheit von Elementen, zwischen denen Beziehungen bestehen (vgl. Ulrich, 2001, S. 105), oder analog dazu: Ein System besteht aus Elementen, die miteinander in Beziehung stehen und einen gemeinsamen Zweck verfolgen (vgl. Forrester, 1971, S. 13ff).

Zur Definition des jeweiligen Systems muss auch dessen Eingliederung in die Systemumwelt berücksichtigt werden. Ein System kann aus Subsystem (Teilsystemen) aufgebaut sein, oder selbst Teil eines übergeordneten Systems sein. Kleinere Teile eines Systems werden gemeinhin als Systemelemente bezeichnet. Weitere Merkmale eines Systems sind die Beziehungen der (Sub-) Systeme und Systemelemente zu- und untereinander, sowie zu seiner Umwelt.

Zur Untersuchung der Wirksamkeit von Systemen können zwei Perspektiven bemüht werden. Eine atomistische, welche die Systemelemente und deren Einzelcharakteristika untersucht und eine holistische, welche auf die Zusammenhänge der Elemente, Systeme und deren Wechselwirkungen zueinander fokussiert.

Um Wirkung und Verhalten eines Systems zu verstehen, müssen beide Sichten kombiniert werden. Werden dabei mehrere Systemebenen betrachtet spricht man von einer ganzheitlichen Betrachtung (vgl. Bleicher, 2011, S. 52). Dies ist besonders notwendig in Systemen (also Unternehmen), in denen Menschen handeln, da diese aufgrund des zwangsläufigen Austauschs mit ihrer Systemumwelt ständigen Veränderungen unterliegen (vgl. Ulrich / Probst, 2001, S. 60).

Learning Management System

Grammatikalisch spezifizieren die letzteren Worte den Fokus des Beginns des Wortkonstrukts. Nicht diskutiert werden kann also die Zweckgebundenheit des Management Systems (Lernen).

Aus den Einzeldefinitionen lässt sich also ableiten, das ein Learning Management System die führende Instanz im Bereich des organisationalen Lernens ist, eine zentrale Einheit also, der die Planung, Durchführung und Kontrolle der Lernprozesse obliegt, diese zeitgerecht steuert und auswertet. Die Definition von Brandon Hall:

„A Learning Management System is software that automates the administration of training events. The LMS registers users, track courses in a catalog, and records data from learners; it also provides appropriate reports to management. The database capabilities of the LMS extend to additional functions such as company management, online assessment, personalization and other resources.“ (Hall, 2001)

scheint sich also gut zu eignen. Augenfällig ist, dass Hall keinen Hinweis gibt, wer das LMS bedient, ob also Trainingsadministratoren, Trainer oder Lerner bestimmte Funktionen nutzen und damit bestimmte Ereignisketten / Prozesse auslösen.

Nach Schulmeister sind die konstituierenden Elemente eines Learning Management Systems die Funktionsbereiche

  • Benutzerverwaltung
  • Kursverwaltung
  • Rollen und Rechte
  • Kommunikationsmethoden und -werkzeuge
  • Darstellung der Kursinhalte, Lernobjekte und Medien (Schulmeister, 2003, S. 12)

Kritik an Schulmeisters Definition

Die Punkte Benutzerverwaltung, Rollen und Rechte sowie ein Spektrum an Kommunikationsmethoden und -werkzeugen sind kennzeichnend für die meisten professionellen Anwendungen, die in Unternehmen eingesetzt werden, treffen also in der Regel auch auf ERP und Warenwirtschaftssysteme zu.

Weiter fällt auf, dass die von Schulmeister angenommene Rollenverteilung einen Schwerpunkt auf die Bedeutung des Trainers legt, was nicht begründet wird. Diese Interpretation hat ihren Ursprung im Hochschulwesen und der hier zentralen Bedeutung des Studienleiters/ Dozenten in diesem Zusammenhang.

Eine Frage der Zielgruppe

Dieser Ansatz ist allerdings für Unternehmen nur bedingt geeignet. Hier kümmert sich die Firmenakademie, HR oder Personalentwicklung in der Regel um die Administration des Learning Management Systems, den Teilnehmerkreis und die Lernprozesse, währen der Trainer oft rein für die Durchführung verantwortlich ist. Im Unternehmen bezieht sich die Gesamtheit der Strategie und des Trainingskonzepts letztendlich auf die Unternehmensziele.

Was ist für ein LMS im Unternehmen relevant, welche Funktionen muss es mitbringen und was unterscheidet ein Learning Management von einer Lernplattform?

Mit diesem und anderen Fragen befasst sich unser White Paper 'Was ist ein LMS?'

Literatur

Bleicher K.: Das Konzept Integriertes Management: Visionen, Missionen, Programme, 8. Aufl., Frankfurt a. M. 2011.

Hall B.: Learning Management Systems: How to choose the Right System for your Organization, Sunnyvale (CA) 2001.

Forrester, J.W.: Industrial Dynamics, Cambridge 1971.

Hummel, T.R. / Zander, E.: Unternehmensführung, 2. Aufl., Stuttgart, 2008.

Scheer, A. / Wachter, C.: Digitale Bildungslandschaften, Saarbrücken, 2016.

Schulmeister, R.: Lernplattformen für das virtuelle Lernen: Evaluation und Didaktik, München, Wien, Oldenburg, 2003.

Staehle, W. H.: Eine verhaltenswissenschaftliche Perspektive, 8. Aufl., München 1999.

Steinmann, H. / Schreyögg, G.; Management; Grundlagen der Unternehmensführung: Konzepte, Funktionen, Fallstudien, 6. Aufl., Wiesbaden 2005.

Ulrich, H.: Die Unternehmung als produktives, soziales System: Grundlagen der allgemeinen Unternehmenslehre, Bern 2001.

Ulrich, H. / Probst, G.J.B.: Anleitung zum ganzheitlichen Denken und Handeln: Ein Brevier für Führungskräfte, Bern 2001.

Werth, D: Educating digital leadership: Zur Frage der Weiterbildung von digitalen Führungskräften, in Scheer, A. / Wachter, C.: Digitale Bildungslandschaften, Saarbrücken, 2016.

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